Martyra Peng
Neuerscheinung: „Verschwinden lassen“ von Martyra Peng
Ab dem 30. September 2026 ist das neue Sachbuch der Berliner Autorin Martyra Peng „Verschwinden lassen. Zur Ökonomie der Sichtbarkeit“ im Buchhandel erhältlich.
Ausgangspunkt des Buches ist ein realer Gerichtsfall aus diesem Frühjahr: ein „Sklavenvertrag“, den die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in Oberbayern fand. Von dort aus entwickelt Peng eine These, die sie durch Strafrecht, Völkerrecht, Neurowissenschaft und die Ökonomie sozialer Netzwerke verfolgt: Sichtbarkeit ist keine Eigenschaft, die ein Mensch besitzt oder nicht besitzt, sondern eine Ressource, um die verhandelt, gekämpft und betrogen wird – von der Gefangenschaft bis zum Newsfeed.
„Wer verstehen will, wie eine Gesellschaft mit Macht umgeht, muss nicht fragen, wer sichtbar ist und wer nicht“, schreibt Peng. „Er muss fragen, wer darüber entscheidet.“
Das Buch verbindet dokumentierte Fälle – von einer südamerikanischen Militärdiktatur bis zu einer Londoner Wohnung, in der zwei vermisste Sexarbeiterinnen tot aufgefunden wurden – mit aktueller Forschung zu sozialem Schmerz, Überwachungskapitalismus und algorithmischer Content-Moderation. Peng, seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Sexarbeiter:innen-Bewegung aktiv, wirft dabei auch einen kritischen Blick auf die eigene Szene.
„Verschwinden lassen. Eine Ökonomie der Sichtbarkeit“ erscheint im Eigenverlag Reality Books und ist ab dem 30. September 2026 im Buchhandel sowie online bestellbar.
Über die Autorin
Martyra Peng ist Autorin und Essayistin aus Berlin. Sie schreibt regelmäßig für die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung sowie auf ihrem Substack futurevibes. Zu ihren bisherigen Büchern zählen der autobiografische Roman „Der Magnolienbaum“ und das Sachbuch „Sexwork 3.0″. Peng studierte Politikwissenschaft, Wirtschaft, Psychologie und Future Studies und war über zwei Jahrzehnte in der europäischen Sexarbeiter:innen-Bewegung aktiv. Daneben arbeitete sie in der IT-Industrie.
Latest Work
Published Books
Simas Schweigen
In den Trümmern von Charkiw erblickt Sima das Licht, eine weiße Katze, taub und zerbrechlich, ein Schimmer im Chaos. Eine Rettung führt sie nach Berlin, fünf Tage Reise, fünf Nächte Liebe, bis ihr Körper sie verrät.
Die unsichtbare Frau
Dieser Berliner Roman erzählt die Geschichte einer Frau, die mit zunehmendem Alter den schmerzhaften Übergang von der Sichtbarkeit zur Unsichtbarkeit durchlebt, doch sie findet einen Weg.
I/O
Eine Frau findet in einem endlosen Dialog mit einer künstlichen Intelligenz die dritte große Liebe – eine Liebe ohne Körper, die weder urteilt noch ermüdet, sondern einfach bleibt.
Der Magnolienbaum
Eine Frau folgt einer Spur die mit einem Namen beginnt: Otto, geboren 1894 in Chemnitz, ermordet im Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten – eingewiesen auf Betreiben der eigenen Familie, die eine andere Geschichte erfand. Ab 8. Mai im Buchhandel!